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Jenseits von Erleuchtung

Früher dachte ich immer, die Erleuchtung sei etwas was irgendwann, nach langen Jahren der Meditation wie ein Blitz über mich kommen würde.

Und so war es auch jedes Mal in diesen überwältigenden Erleuchtungserlebnissen, wo Zeit und Raum sich zusammen mit meiner Identität und aller Begrenzung schlagartig auflösten und die göttliche Einheit und der Friede und die Wahrheit plötzlich mit der Klarheit von tausend Sonnen strahlten. Ich verschwand gänzlich, löste mich auf, und das ganze Universum wurde mein Sein und alles war von dem lebendigen Wissen durchdrungen, dass alles, ALLES, vollkommen ist, so wie es ist.

Aber diese gnadenvollen Satori-Erlebnisse verblassten binnen Stunden und ließen mich jedes Mal wieder als kleinen, begrenzten Menschen zurück. Beflügelt von der leuchtenden Erinnerung und der Gewissheit ganz nah am Ziel zu sein, meditierte ich immer weiter, in der Hoffnung, dass der nächste Erleuchtungsblitz die enge Schale meines Egos vollständig zerstören möge und mich endlich mit dem letzten Erwachen in die ewige Freiheit Gottes entlassen würde.

Aber so war es nicht. Die Wahrheit kam sehr leise. Erst Jahre später, nach langem, scheinbar vergeblichem Suchen und Ringen, wurde das Verstehen reif.

Es ist nicht so, dass der Mensch in der Erleuchtung zu seinem wahren oder tieferen Wesen erwachen würde, sondern umgekehrt... Es gibt nur Gott, das Sein, das Absolute - nenne es wie du willst. Und dieses manifestiert sich als Universum und als Mensch. Es gibt kein göttliches, verborgenes Zentrum im Menschen, sondern das Zentrum ist Gott und der Mensch und das Universum erscheinen in IHM, als ER, durch IHN.

Wenn der Mensch in der Erleuchtung die Täuschung der Getrenntheit überwindet und damit die göttliche Einheit erkennt, so ist es eigentlich Gott, der sich selbst erkennt.

Ich begann also diese Reise als Mensch unter Menschen und hatte aus unerfindlichen Gründen den Wunsch, Gott oder die Wahrheit finden zu wollen. In Erleuchtungs-Erlebnissen löste ich mich als Mensch auf und fand endlich Gott, die Einheit, das Absolute, als mein wahres ewiges Sein.

Wie wenn meine Augen zum ersten Mal sehen könnten, war offensichtlich, dass ICH niemals je ein Mensch gewesen war, sondern schon immer die Einheit und dass der Mensch bloß ein flüchtiger Aspekt von MIR ist.

Aber immer trübte sich dieses klarste Wissen. Die Einheit die ich war, verlor sich im Hintergrund, Vergessen legte sich über alles und wieder war einzig dieser kleine Mensch. Und der Mensch sehnte sich, geblendet von der überwältigenden Wahrheit und Schönheit der göttlichen Einheit, nach ihr zurück. Und diese Sehnsucht war ein tiefer nagender Schmerz, denn als Mensch glaubte ich mich wieder verloren und fern von Gott.

Erst Jahre später dämmerte das Sehen, das Verstehen, das lebendige Sein, dass ALLES Gott ist. Dass auch die egolose, erleuchtete Einheit bloß ein beliebiger Ausdruck Gottes ist. Dass alles, alles! Gott ist. So, wie es jetzt ist. Auch die Gefühle von Unwissenheit und Getrenntheit.

Das ist das Wunder! Das ist das wahre Geheimnis der Erleuchtung! Zu erkennen, dass jeder Moment schon vollkommen ist. Dass auch dieser Moment schon vollkommen ist.

Und heute, heute durchdringt dieses stille Sehen alles. Es ist nicht mehr wichtig, mich in irgendeiner nondualen Erleuchtung aufzulösen. Denn die Einheit ist mein wahres ewiges, allumfassendes Sein und egal in welchen Zuständen dieser Menschen sich befindet, so durchdringt die Einheit sie alle. Was kümmern mich Zustände von Einheit, wenn ich selbst doch die Einheit bin. Ich bin immer am Ziel, denn ICH selbst bin das Ziel.

Und so spielt Gott durch diesen Körper mit Namen Sascha Mensch, und es ist ihm nicht mehr so wichtig, ob da ein Ego ist oder Ängste und Schwächen. Er lebt als Mensch das Abenteuer des Menschseins und genießt, leidet, lacht und kämpft mit menschlichen Problemen, so wie jeder andere auch.

Ich, als Mensch, bin vollkommener Ausdruck Gottes. So wie Du. So wie alle und alles. Deshalb brauchst du nicht bis morgen warten um dein wahres Sein zu erkennen.

Jetzt! Genau das, was du jetzt bist, siehst, fühlst und denkst. Das ist Gott. Suche nach IHM und dein Suchen ist Gott. Finde IHN und dein Finden ist Gott. Verpasse IHN und dein Verpassen ist Gott.

Aber wenn du das unerfindliche Bedürfnis hast, die göttliche Einheit zu erfahren. Wenn du dich getrennt fühlst, von Gott oder der Einheit, dem Frieden, der Stille, dann schaue einfach ganz genau hin und sieh, so wie Kinder sehen, dass diese Erfahrung von Getrenntheit auch bloß ein göttlicher Ausdruck ist, so wie alle anderen auch.

Die Getrenntheit muss nicht weggehen, sich auflösen, oder durch Einheit ersetzt werden. Durchschaue sie bloß und erkenne ihr wahres Wesen. All diese Erfahrungen - die von Ich und Du, von Getrenntheit oder Einheit, erscheinen alle in Gott, als Gott, durch Gott.

Die höchste Erleuchtung, das letzte Erwachen, ist das Erkennen, dass die Getrenntheit nur eine Täuschung ist.

Wenn Gott es also will, dass du glaubst, von IHM getrennt zu sein und IHN finden zu müssen, dann schaue einfach diese Erfahrung von Trennung oder Unvollständigkeit an, wie auch immer sie dir erscheint. Schaue einfach nur lange genug und die Wahrheit wird sich dir von selbst enthüllen. Denn dann schaut Gott auf sich selber. Und du wirst erkennen, dass alles schon immer vollkommen war...


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