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Eine wissenschaftliche Sicht
auf die Erleuchtung

Viele Menschen schieben das Thema "Erleuchtung" leichtfertig in die Schublade: religiöse Weltflucht bzw. Wunschdenken. Doch neben oftmals blumigen spirituellen Erklärungsmodellen, gibt es im Rahmen der Neurobiologie auch eine kognitionswissenschaftliche Sichtweise.

Das menschliche Gehirn wird nicht fertig geboren, sondern es wächst und reift. Damit sind unsere Sinne z.B. die Fähigkeit zu Sehen, als Säuglinge noch nicht so gut wie als Erwachsene.
Aber auch unsere Fähigkeit, das was wir erkennen, richtig zu interpretieren entwickelt sich langsam. Als Kinder glauben wir an den Osterhasen, den Weihnachtsmann und an einen Himmel nach dem Tode. Später erkennen wir das als Glaube und Phantasie und geben diese auf. Damit ist unsere Interpretation von der Wirklichkeit ein Stück näher an die Realität gerückt.

Wir alle "glauben", dass das was wir sehen auch wirklich die Realität ist. Doch die Neurophysiologie zeigt, dass unsere Wirklichkeit überhaupt nichts mit der Realität zu tun hat.
Alles was wir über die Welt wissen, kommt über die Sinne zu uns. Wenn wir einen Baum sehen, so fällt sein Bild auf unsere Netzhaut und wird dort in eine Reihe von simplen elektrischen Impulsen umgewandelt. Diese wiederum werden über Nervenleitungen an das Zentralnervensystem gesendet. Und dort "entcodiert" unser Gehirn diese Signale und schafft sich daraus ein Bild.
Damit hat der Baum den wir sehen können, ebenso wie eine Strichzeichnung von einem Baum - nichts aber auch gar nichts mit dem "echten" Baum zu tun. Unsere so wirklich scheinende Wirklichkeit ist lediglich eine Interpretation der Realität. Deshalb scheinen auch unsere Träume so real zu sein. Denn sie werden auf genau dieselbe Weise in unserer Köpfe erschaffen, wie das, was wir für unsere Wirklichkeit halten.

Das Tragische dabei ist, dass wir das in unserem Alltag nicht erkennen. Es ist von den Gehirnphysiologen mehrfach bewiesen worden, dass unser Ich-Erleben bloß eine zeitlich versetzte Feebackschlaufe auf unser Bewusstsein ist und unser freie Wille damit nur für unser Gehirn existiert, aber nicht für uns als "Ich" - zumal das Ich-Phänomen immer mit etwa 0,5 Sekunden hinter der Realität herhinkt. Unser Erleben von "Ich tue dies" und "Ich entscheide jenes", entspricht nicht der Realität, sondern ist bloß eine in unseren Gehirnen geschaffene Wirklichkeit.

Wenn man "Erleuchtung" nun aus der Sicht der kognitiven Entwicklung als die maximale Annäherung der subjektiven Wirklichkeit an die Realität betrachtet, hat das Konzept der "Erleuchtung" sicher nichts mit Weltflucht zu tun.

Im Buddhismus ebenso wie im späteren Advaita-Vedanta, geht es explizit nicht um Glaubensysteme, sondern im Gegenteil um eine wissenschaftliche Analyse des Realitätsgehaltes der subjektiven Wirklichkeit und der schrittweisen Annäherung an die Realität durch Identifizieren und Ausschließen aller subjektiver Interpretation. Der letzte Schritt in diesem Prozess wäre im Ideal die Übereinstimmung von Wirklichkeit und Realität. Weil aber unser Gehirn immer nur ein Interpretations-Medium der Realität sein kann, ist so eine absolute Übereinstimmung auf physisch/biologischer Ebene nicht möglich.

Trotzdem ist es möglich, diesen Schritt zu tun. Da die Annäherung an die Realität darin besteht, die subjektive Wirklichkeit als Täuschung zu erkennen, kann und muss letztlich die Gesamtheit unseres Bewusstseinsinhaltes und sogar das Bewusstsein selbst als Täuschung erkannt werden. Und genau hier, wenn einfach alles als Interpretation durchschaut wird, bleibt ein Erkenntnis-Raum, in welchem diese absolute Negation geschieht. Obwohl dieser Raum nicht mehr Teil des Erkennbaren ist und also nichts über ihn ausgesagt werden kann - ist er. Hier wird der Mensch von etwas größerem als vergängliches Phänomen erkannt und verworfen - und jetzt berührt die Realität sich selbst, über und durch das Medium Mensch und sein Bewusstsein. Diesen letzten Schritt in das Unnennbare vor aller Erkenntnis nennen wir Erleuchtung.


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