Das Ende der spirituellen Suche

Jahrtausende war es den Menschen genug, einfach zu glauben was die Botschafter ihrer jeweiligen Religion (die Priester) sagten. Dabei war die Botschaft überall auf der Welt sehr ähnlich.

 

Ein oder mehrere Wesen erschaffen aus dem Nichts die Welt und den Menschen. Der Mensch muss diese Wesen verehren (Opfergaben, Gebete) und Gebote beachten. Entsprechend seiner Folgsamkeit wird er dann entweder bestraft oder belohnt (z.B. mit guter Ernte oder auch einem Leben nach dem Tode).

 

Damit wusste der Mensch was der tiefere Sinn hinter allem ist, wo er herkommt, was er zu tun und zu lassen hat und wo er nach seinem Tode hin kommt. Alle wichtigen Sinnfragen waren also beantwortet. Man konnte die Mühen des Lebens geduldiger ertragen und die Gesellschaftsordnung war gesichert.

 

Seit dem Zeitalter der Aufklärung (engl.: Age of Enlightenment) ist Glauben der Vernunft (Wissenschaft) gewichen.

 

Der moderne Mensch glaubt nicht mehr an Götter sondern an objektive, jederzeit und überall beweisbare Tatsachen wie, dass die Erde sich um die Sonne dreht, die Evolution usw. Also Physik, Chemie, Biologie usw.

 

Nicht mehr ein allmächtiger Gott sondern Naturgesetze, der Mensch und seine Wissenschaft steht im Mittelpunkt. Und trotzdem sucht der Mensch. Oder sollen wir sagen: Genau deswegen?

 

Wir können nicht mehr zurück in die Kirchen und blind glauben was der Pfaffe von der Kanzel ruft. Wir können nicht mehr glauben nur - weil es in einem uralten Buch steht.

 

Wie Nietzsche zurecht sagte: “Gott ist tot”. Zumindest der Gott des Glaubens. Diese Gott der Geschichten.

 

Aber viele von uns - spüren so deutlich, so überwältigend, dass unsere Existenz oder das Universum nicht einfach reiner Zufall ohne tiefen Sinn und Zweck sein kann. Für uns "Gestrigen" hat die Wissenschaft nur ein mitleidiges Lächeln und Schulterzucken übrig.

 

Millionen stehen da, vor dem Scherbenhaufen der kalten Wissenschaft und wissen nicht was sie jetzt mit ihrem Gefühl - ihrer tiefen Ahnung tun sollen. Was ist der Sinn des ganzen? Reiner Zufall? Tote Physik? Nein! Es ist so offensichtlich unendlich mehr als das. Es hat Gefühl. Es lebt. Es ist Sinn.

 

Aber - WAS ist das, was ich da fühle? Was ist es wovon ich mich getrennt fühle? Womit ich mit verbinden will? Wonach ich mich sehne und verzehre? Was ist es woran ich hier leide?!

 

Hier kann das “Ende der spirituellen Suche” beginnen.

 

“Spirituell” bedeutet eine Anbindung an eine transzendente, übermenschliche Ebene - unabhängig von Physik oder den plumpen Geschichten einer Religion oder eines Mythos. Es muss keine kindliche Vorstellung von einem Gott mehr sein. Aber das ist ETWAS!

 

Wir “Spirituellen”, fühlen, dass es “mehr” gibt, als das was die Wissenschaft oder die alten Glaubensreligionen behaupten. Aber was machen wir mit diesem Gefühl?

 

Wir geben uns nach außen aufgeklärt und beschäftigen uns nur heimlich und privat mit der brennenden Frage: Was zur Hölle/Himmel ist hier los? Was fühle ich da so brennend? Gibt es einen tieferen Sinn? Gibt es einen Gott? Was ist der Sinn des Lebens? Und genau so ging es auch mir.

 

Ich persönlich - war völlig verzweifelt.

 

Bei mir fing es mit etwa 13 Jahren an. Ich verstand die Welt und die Menschen nicht und suchte den tieferen Sinn hinter all dem was mir hier begegnete. Das Brainwashing (Erziehung/Konditionierung) meiner Kultur, meines Elternhauses und der Schule funktionierte bei mir nicht. Ich war völlig am Ende. Nur auf der Suche nach Sinn in all dem was ich sah und erlebte. Sturm und Drang.

 

Ich wurde depressiv. Ich meine richtig depressiv.

 

Mit 18 war ich soweit mich umzubringen. Ich ertrug es nicht mehr, dieses stupide und sinnlose Teilnehmen-Müssen an einer oberflächlichen, lust- und konsumorientierten Welt hat mich regelrecht zerstört. Also versuchte ich diese Welt zu verlassen. Es war unausweichlich.

 

Die unglaubliche Oberflächlichkeit und betäubte Ahnungslosigkeit meines direkten sozialen Umfeldes - und der Welt - angesichts meines privaten, völlig allein gelassenen Seins und des ebenso völlig orientierungslosen Suchens - war einfach zu viel - viel zu viel - Leid und Schmerz. 

 

Zum Glück entdeckte ich dann ZEN.

 

Zen ist eine chinesisch/japanische Spielvariante des Buddhismus. Wie auch immer. Zen war der Anfang vom Ende meiner Spirituellen Suche.

 

Der Buddhismus ist für die Gläubigen eine Religion. Aber für alle anderen ist es eigentlich eher eine Philosophie oder noch genauer - eine wissenschaftliche Erkundung der Realität.

 

Ich fing an zu meditieren. Meditierte Tage und Wochen.

 

Nach 10 Jahren hatte ich mein erstes Erlebnis von mystischer Einheit mit dem Universum (wie im Zen versprochen und voraus gesagt). Das bedeutet, dass das räumliche Erleben sich schlagartig verändert.

 

Direkt nach einer stundenlangen Versenkung (Form der Meditation) hörte ich auf zu ein Ich-Zentrum zu haben - oder zu sein.

 

Dieses Gefühl, ein Zentrum der Wahrnehmung zu sein - dieses Zentrum des Bewusstseins - dieses “Ich hier drin" sehe dich "dort drüben” - Erleben hörte schlagartig auf. Alles was “Ich” war, als begrenztes Wesen der Erfahrung war weg und wich einem Erleben der absoluten Verschmelzung mit dem Universum.

 

Ich war das, was um mich herum war. Ich war die Möbel. Die Wände. Der Boden. Und alles was um diesen Körper herum war - war ich. Bzw. zwischen mir den dem Rest der Welt - ja dem Universum, gab es keinerlei gefühlte Unterscheidung mehr.

 

Ich weiß - für jeden, der das noch nicht erlebt hat, hört sich das ziemlich verrückt an.

 

Aber Zen und alle mystischen Traditionen kennen, erwarten und suchen diesen Zustand.

 

Unio Mystica. Einheit in Gott.

 

Ich wusste, dass das passieren konnte und sollte. Ich wollte, dass es passiert. Aber als es kam war ich nicht vorbereitet. Niemand kann sich jemals vorstellen, wie es ist - Eins zu sein, mit dem Universum. Aufzuhören ein begrenztes “Ich” zu sein und plötzlich - das Wahrgenommene zu sein. Die Vase, die Kaffeemaschine, der Staubsauger...

 

Ich bin Gott. Punkt.

 

Alles was war war ich und Ich war alles. Es fühlte sich aber nicht leblos an, eine Kaffeemaschine oder ein Stuhl zu sein. Im Gegenteil - es war überwältigend. Vor allem war es unglaublich - unermesslich - sinnerfüllt.

 

Alles macht plötzlich Sinn. Es gab nur noch Sinn. Die Welt, mein Sein - war durchtränkt mit SINN!

 

Endlich hatte sich die Ahnung bestätigt. Und zwar vollständig. Es war, als hätte der Gott meiner Kindheit mir persönlich berührt. Ich wusste alles. Ich verstand alles. Und siehe - alles war gut!

 

Also - zusammengefasst: Ich hörte auf, ein begrenztes Wesen zu sein und wurde Eins mit der Welt - und umfassende Sinnhaftigkeit.

 

Als Mensch musste ich aber irgend wann schlafen. Und am nächsten Morgen war ich wieder der “alte” begrenze, sinnsuchende Mensch. Oh ja! Ich hatte von etwas unglaublichem gekostet. Ich hatte eben GOTT persönlich ins Auge geschaut. Nein! Ich WAR GOTT. Gott und ich waren EINS. Trennung und Menschsein waren nur eine lächerliche Illusion.

 

Endlich wusste ich, dass das Versprechen des Zen wahr war. Ich war kein Narr, kein esoterischer Vollidiot der einem kindlichen Glauben nachläuft. Selbst wenn Einstein mich persönlich für verrückt erklärt hätte - ich wusste. Oh ja. ich war dort. Ich habe gesehen. Ich habe persönlich erfahren, dass unsere Wahrnehmung und Vorstellung der Welt falsch ist. Begrenzt. Es gab eine höhere, umfassendere Realität - und jeder Mensch war schon immer Teil davon.

 

Aber - ich war gerade wieder rausgefallen aus dieser tieferen Realität.

 

Und daher litt ich umso mehr. Im Kontrast der direkten Erfahrung passierten zwei Dinge gleichzeitig. Ich wusste jetzt, dass Erwachen real ist (endlich!) und gerade, weil ich raus gefallen war, wollte ich umso stärker wieder zurück in die Einheit mit GOTT!

 

Die nächsten 10 Jahre lebte ich nur scheinbar in dieser Welt. Ich meditierte.

 

Oh ja, ich wollte einfach bloß wieder raus aus diesem Elend. Und ich kannte ja den Weg. Ich wusste ohne Zweifel was die Realität eigentlich ist - nur - erlebte ich es nicht.

Es war fürchterlich, grauenhaft unendlich schmerzhaft - wieder und weiter in dieser oberflächlichen Illusion gefangen zu sein. Vor allem - nachdem ich das LICHT gesehen hatte...

 

Aber so geht die Geschichte dieses Lebens. Es vergingen weitere 10 Jahre - oder mehr?! Wie auch immer ich suchte weiter. Mit dem Zen vertiefte ich mein Verständnis mit anderen Traditionen, Weisen und Mystikern wie:

 

Ramana Maharshi, Adi Shankara (Advaita Vedanta), Nisargadatta Maharaj, Meister Eckhart und viele mehr.

 

Nach einem weiteren monatelangen Meditations-Aufenthalt in Indien kam ich mit leeren Händen nach Hause.

 

Wieder mal erfolglos, desillusioniert und frustriert.

 

Ich warf mich auf die Couch und wusste nicht, was ich noch nun sollte. Ich war sooo müde des Suchens, des Meditierens. Und so lag ich und gab endlich auf.

 

Ich gab einfach vollkommen auf.

 

Ich hatte einfach nur noch die Augen offen und Sehen geschah durch diese Augen. Absichtslos. Sinnloses. Müde, müde, müde.

 

Kein Suchen mehr. Nur noch Sein.

 

Und nach ein paar Tagen des erschöpften und absichtslosen Existierens und Vegetierens im sehenden Gewahrsein der blöden Ecke am anderen Ende des Raumes, veränderte sich etwas.

 

Die Reinheit der Absichtslosigkeit veränderte etwas.

 

Ich erkannte, dass ich bisher - dass ich all die Jahre etwas wollte. WOLLTE. Wollen!!! Oh ja, ich wollte erwachen. Ich wollte Freiheit. Ich wollte den Sinn erkennen und erleben. Mein ganzes bisheriges Leben bestand aus dem Wollen, dem Leid zu entfliehen und der Freiheit in die Arme zu fallen.

 

Wollen war tun. Tun war Absicht in eine Zukunft. Absicht war Wille.

 

Ich wollte und daher tat ich etwas. Ich plante und führte aus. Ich meditierte UM ZU. Ich hatte ein Ziel in der Zukunft vor Augen, welches ich erreichen wollte. Ich hatte eine Ausgangspunkt (Jetzt) den ich vermeiden wollte.

 

Dieses Jetzt war Scheiße! Ich suchte ein befreites, glückseliges “Jetzt” - in der Zukunft.

 

Aber erst als etwas tief in mir erkannte, dass jedes “Jetzt”, dass genau diese und dieses und dieses “Jetzt” alles war was wir haben - dass nur - NUR dieses Jetzt existiert. Erst da verstand ich, das all mein Suche bislang eigentlich - eine Vermeidung des Findens war. Mein Suchen war der Grund dafür, dass ich nicht finden konnte.

 

Und damit endete meine spirituelle Suche. Ich war frei. Endlich frei.

 

Ich lachte. Lachte endlos. Es war so einfach. So unglaublich simpel. So offensichtlich. So… so… so ja - so einfach. Und trotzdem konnte ich es all die Jahre nicht sehen. Und deshalb konnte es auch sonst keiner Sehen.

 

Nur die Weisen in den alten Büchern erzählten davon. Die Mystiker aller Zeiten und Länder. Nicht aber die Religionen. Nicht die Pfaffen und Priester. Nein - die wusste nichts davon. Jetzt hatte ich das Geheimnis gelüftet. 

 

Es dauerte noch ein paar Wochen, bis sich dieses neue Sehen stabilisiert hatte.

 

Und weiter ein Jahr des Acht-Gebens, bis das SEHEN dauerhaft und selbstverständlich war. Heute sind es über 10 Jahre. Heute ist alles normal. Was damals noch Anpassung brauchte. Was noch eine Zeit der Orientierungslosigkeit bedeutete ist lange vorbei.

 

Es gab eine Art der spirituelle Depression nach dem Erwachen.

 

Meine menschliche Depression war zu diesem Zeitpunkt schon ganz ordentlich stabil. Aber der Verlust der Suche. Der Verlust meiner allumfassenden Lebensaufgabe den SINN zu suchen. Plötzlich fiel der Sinn meines täglichen Lebens weg. Ich hatte gefunden, wonach ich suchte und indem die Suche wegfiel - war da eine Lücke.

 

Ich wusst plötzlich nicht mehr, was ich als Mensch den ganzen Tag tun sollte…

 

Aber auch das integrierte sich mit der Zeit. So ist dieses Leben hier auf der Erde. In Zeit und Raum. Alles braucht Zeit.

 

Heute ist dieser Mensch 45 Jahre alt. Ich bin seit bald 20 Jahren verheiratet, habe ein Kind, ein Haus gebaut, eine anspruchsvolle soziale Arbeit und den Wunsch anderen Suchenden auf ihrem Weg zu helfen.

 

Ich lebe als Mensch und DAS zugleich. Es ist, als würde ich durch zwei Augen sehen. Ein Auge sieht nur GOTT. Das andere nur die Welt.

 

Für mich ist das ganz normal. Kein Widerspruch. Einfach nur Ausdruck der Realität. Was also ist passiert? Was habe ich gelernt? Bzw. "wer" hat hier "was" erkannt? Nun - mein wichtigster “Fehler” war, dass ich das “Jetzt” von Morgen gesucht habe.

 

In der Welt der Menschen. In der Welt von Zeit und Raum, gibt es nur Veränderung.

 

Jede Sekunde verändert sich alles - und irgendwie dachte ich, dass mein damaliges, leidendes Ich - sicher nicht die Antwort sein könne. Ich wartete auf die Zukunft. Ich wartete auf einen bestimmten Zustand in der Zukunft. Auf ein Erleben der Freiheit und Glückseligkeit.

 

Doch - wenn man darüber nachdenkt. Wie - könnte GOTT bzw. der letzte SINN oder die REALITÄT von morgen mehr oder besser oder vollständiger sein, als - jetzt?!

 

Wenn es außerhalb des Erkenntnishorizonts der Wissenschaft wirklich so etwas gibt, was man GOTT nennen müsste (völlig egal ob wir damit einen tieferen Sinn oder eine absolute Realität meinen), wie könnte dann etwas derart vollkommenes, absolutes - etwas was außerhalb von Zeit und Raum liegt - in diesem aktuellen, un-erwachten, unerleuchteten, leidvollen “Jetzt” - irgendwie unvollkommener oder minderwertiger sein als ein Jetzt von morgen.

 

Und das ist die Lösung! Dieses Jetzt. Dieses leidvolle Jetzt ist die Antwort. Nur wenn wir nicht auf ein Jetzt in der Zukunft warten haben wir überhaupt eine Chance.

 

Verstehst du? Wenn es diesen tieferen Sinn gibt, den du da fühlst, so muss er schon IMMER vollständig anwesend sein. Jenseits von Zeit und Raum. Du kannst ihn nie erkennen, weil du selbst dieser Sinn BIST.

 

Gott kann nicht erkannt werden.

 

Denn das würde bedeuten, dass es jemanden gibt, der von Gott getrennt ist - getrennt um zu erkennen. Das macht keinen Sinn. Das ist nicht logisch. Gott. GOTT ist ein einziges. Ein nicht-duales - "ICH BIN". Es wird nicht, es verändert sich nicht, es kann nicht erreicht werden.

 

Es ist JETZT und nur JETZT - und DU bist DAS.

 

Also… - was jetzt?! Ich hoffe, dass ich dich soweit davon überzeugen konnte, dass du eigentlich nicht auf ein Erwachen, bzw. eine Erleuchtung hin-arbeiten kannst. Und doch - für den Menschen passiert alles in der Zeit. Als Mensch gibt es nur Veränderung und Vergänglichkeit.

 

Was also bedeutet das für dich?!

 

Du bist gleichzeitig GOTT und Mensch. Du bist wie ein Schauspieler der vergessen hat, dass er nur eine Rolle spielt und deshalb glaubt, ein Bettler zu sein und sich deshalb auch so fühlt.

 

Wisse also, dass du unmöglich in einer Zukunft erleuchtet werden kannst. Betrachte einfach die vermeintliche Trennung und Spaltung zwischen deinem erlebten “Ich” in dir drin - und der ebenso erlebten “Welt” dort draußen.

DU bist EINES. Diese Trennung zwischen ich und Welt ist eine Illusion. Und das kannst du ganz einfach überprüfen.

 

Alles was du über die Essenz deiner selbst - als Mensch - weißt, ist dieses Ich-Erleben.

 

Dieser innerste Kern deiner Identität. Dieses Ich, welches aus deinen Augen schaut und diese Welt dort draußen betrachtet. Das, wie du glaubst du selbst zu sein. Das, worauf zu dich direkt beziehst, wenn du dich selbst als lebendig, bewusst und willensbegabt erlebst.

 

Alles andere kannst du in Frage stellen. Dein Körper ist etwas dort draußen. Auch ohne Haare, ohne Arme und Beine, Querschnittsgelähmt oder mit einem Locked-in-Syndrom - selbst ohne Gedanken oder Gefühle wärst du noch immer “Du selbst” als dieses erlebte “Ich-Ich-Ich”.

 

Aber wenn du lernst genau hinzuschauen, erkennst du, dass auch dieses innerste Ich-Gefühl, diese letzte erlebte Identität - etwas ist, dessen wiederum ETWAS gewahr und bewusst ist. Etwas ist sich dieses Ich-Gefühls bewusst. ETWAS erlebt dieses innerste Ich.

 

Du - dieses Ich - bist deiner Selbst - als ein "Ich" bewusst. Es ist, als würdest du dich in dir selbst spiegeln. Du weißt um deiner Selbst als dieses Ich. Selbst deines Bewusstseins bist DU bewusst. 

 

Du kannst nicht beide Ich's gleichzeitig sein. Du bist der Beobachter deiner Bewusstseinsinhalte. Du bist dieses tiefere Ich welches die Welt, den Körper, die Gedanken und eben auch dieses Ich-Gefühl und selbst die Bewusstheit erlebt.

 

Aber WER ist es dann - der deines Bewusstseins bewusst ist, wenn “du” es nicht sein kannst?

 

Die Nicht-Erleuchtung ist eine Illusion. Eine Gewohnheit. Wenn du nur lange genug aus der Illusion heraus diese vermeintliche Spaltung und Trennung zwischen Ich und Welt erforscht, wird alles von alleine klar und offensichtlich.

 

Das was DU schon immer warst, ist eben nicht dieser Mensch.

Dieser Mensch ist nur ein Aspekt dessen, was DU wirklich bist. DU bist ALLES. DU bist das SO-SEIN in dem - durch welches - als welches das Universum erscheint und vergeht. Und selbst wenn das Universum und die Zeit selbst vergeht, hast DU dich nie bewegt.

 

DU existiert jenseits von Zeit und Raum.

 

Wenn du als Mensch erwachst. Wenn du als Mensch erleuchtet bist - dann ist alles einfach. Das Leben ist dann wie ein einziger Traum. DU bist dieser TRAUM. Alles was geschieht bist DU.

 

Wenn du in der Nacht einen Traum hast und dir plötzlich dessen bewusst würdest, dass du gerade "nur" träumst. Wer ist das dieser Mensch, der in deinem Traum Erfahrungen macht, der im Traum mit anderen Menschen spricht. Der sich selbst als Traum-Ich in einem Traum-Körper erfährt und Traum-Erfahrung mit anderen Traum-Menschen und Traum-Gegenständen macht?

 

Hier ist es logisch, dass alles nur dein Traum ist. Dass all das - dieser Körper, dieses Ich-Gefühl die Welt - dass das alles als Traum ein EINZIGES ist welches irgendwie DU bist.

 

Weil es ein Traum ist - ist klar, dass die erlebte Trennung nicht real ist. Dass die Trennung zwischen Ich und Welt eine Illusion ist. Eine Täuschung.

 

Wer also ist dieses ICH welches sich im Traum mit diesem Traum-Körper und dieses Traum-Ich-Gefühl identifiziert?

 

Hier liegt die Lösung. Die erlebte Trennung ist nur eine Täuschung. Eine Illusion. Und wenn wir die Trennung erforschen - wird sie durchschaut und löst sich auf.

 

Der Mensch - im Traum oder im wachen Zustand - lebt sein Leben weiter - mit Atmen, Trinken, Sex, Glück und Tod. Und während du weiterhin Mensch bist, bist DU auch gleichzeitig DAS und damit völlig frei von jeder Begrenzung durch ein Mensch-Sein. Dieses Leben hat damit die Qualität eines Spiels. Einer Rolle in einem Schaustück.

 

Du spielst es - jetzt aber gerne. Aus Spaß und Freude. Wissend, dass es nur ein Abenteuer ist. Freude ist Freude im Bewusstsein, deines zeitlosen SELBST. Und auch Leid existiert wie vorgetäuschtes Leid nur im Bewusstsein, deines zeitlosen SELBST.

 

Jetzt bist du als Mensch vollkommen frei.

 

Frei als Mensch scheinbar gebunden zu sein. Weil du erkennst, dass DU eigentlich ein Schauspieler bist, bist du frei deine Rolle als begrenzter, leidender und sterblicher Mensch zu spielen.

 

Gehen wir also zurück an den Anfang als du noch nichts wusstest.

 

Jetzt noch glaubst du - vor allem Mensch zu sein, der Freiheit und Erleuchtung sucht. Dann aber weißt du, dass du schon immer nur DAS bist - und dass dieses zeitlich begrenzte Mensch-Sein nichts anderes ist, also ein Ausdruck deiner SELBST - genauso wie eine unglaublich winzige Welle die für ein paar Momente vom ewigen MEER ausgebildet wird.

 

Dein Menschsein bietet DEM mit deinem menschlichen und damit vergänglichen Bewusstsein, die Möglichkeit, dass das ABSOLUTE sich selbst reflektieren und damit erkennen kann. Dein Menschsein ist nichts als ein Spiegel welcher von DEM erzeugt wird um SICH SELBST ahnen zu können.

 

Was also ist dein Suchen, Sehnen und Leiden? Nichts als DEIN Versuch dich SELBST zu erkennen.

 

Und jetzt weißt du, dass es möglich ist. Aber nicht indem du Bücher oder Filme über Spiritualität liest und schaust, betest oder meditierst. Nein, du musst direkt hinschauen, direkt forschen. Du musst die vermeintliche Trennung und Spaltung zwischen deinem Ich und der Welt so tief durchdringen, bis offensichtlich wird, dass das alles nichts war als Täuschung - und das Leuchten DEINES wahres Wesen offensichtlich wird.

 

Aus der Perspektive der Menschen, gibt es dort draußen viele Erwachte und Erleuchtete, die intensive Bewusstseinszustände erleben. Wie die oben beschriebene durchgängige Einheit mit dem Universum oder evtl. können mache sogar die Vergangenheit oder Zukunft sehen.

 

Das ist MIR aber völlig egal. ICH bin auch jetzt vollkommen - so wie DU. DU und ICH und alles andere. WIR SIND. Nondual. Weder Eines noch Zwei. Zustände sind dadurch definiert, dass sie entstehen, sich verändern und vergehen. Wichtig ist, dass ICH jenseits der ZEIT existiere.

 

Meine wichtigste Botschaft an dich ist, dass menschliche Zustände kein Indikator für das sein können, was DU in Wahrheit BIST.

 

Suche also nicht im Morgen oder in der nächsten Sekunde. Bleib vielmehr genau hier wo du jetzt gerade bist. Mitten in diesem bedeutungslosen oder leidvollen Moment. Nur hier und hier und hier kannst du die Illusion durchschauen.

Du und ich, wir sind dasselbe. Du bist mein Herz und ich dein Leben. Ich bete, dass du bald aufwachst - auch wenn du nie geschlafen hast.

 

 

Aber am Ende ist meine Erfahrung, dass wir Menschen in dieser Täuschung ziemlich gefangen sind. Auch wenn du alle Information hast, ist es schwierig aufzuwachen, weil du alles was du erfährst durch die Brille der begrenzten menschlichen Täuschung interpretierst.

 

Das aber ist eben das göttliche Spiel. Der Witz dieser Täuschung. So offensichtlich - und doch kannst du es nicht sehen. Die göttliche Komödie!